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Praxiskompass 2026 zu Digitalisierung und KI: Was in Arzt- und Zahnarztpraxen wirklich Entlastung bringt

Digitale Tools und Prozesse sind in deutschen Praxen schon heute gelebte Realität – das zeigt die aktuelle Umfrage des PKV Instituts zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz (KI) in der Praxis unter 1.617 MFAS, ZFAs und anderen nicht-ärztlichen Praxismitarbeitenden. Wie die Umfrage auch zeigt, entscheidet nicht allein Technik über den Erfolg von Digitalisierung: Min-destens genauso wichtig sind klare Prozesse und Kommunikation sowie die Einbindung des Teams.

Weniger Papier, weniger Tippen und Übertragen, mehr Zeit für Patienten: Digitale Anwendungen können Praxisteams spürbar entlasten. Rund jede fünfte Praxis hat in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Prozess digitalisiert oder eine neue Software eingeführt. Besonders deutlich wird der Nutzen bei der Dokumentation: 56 % der Mitarbeitenden in Hausarztpraxen berichten von einer Entlastung. In Facharztpraxen sind es 57 %, in Zahnarztpraxen ebenfalls 56 %. Auch bei Terminplanung, Patientenaufnahme und Verwaltung erleben Praxisteams laut Umfrage Entlastung durch digitale Lösungen.

 

Besonders effektiv scheinen Anwendungen, die direkt in bestehende Arbeitsabläufe eingebunden sind. Rund 70 % der Befragten empfinden u. a. Sprach-zu-Text-Dokumentation, KI-gestützte Dokumentation, strukturierte Vorlagen und automatische Übertragungen als entlastend. Heidi Zisterer, ZFA, Dentalhygienikerin und Praxismanagerin in Tuningen, berichtet von 10 bis 15 Minuten Zeiteinsparung pro Patientengespräch durch KI-gestützte Dokumentation: „Man muss für Digitalisierung Zeit investieren, aber die Zeit kommt zurück.“ 

 

Klares Ja zur Digitalisierung – aber nicht um jeden Preis

Auch bei der Terminvergabe kommen digitale Tools zum Einsatz. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt dafür E-Mails oder Online-Tools. Rund 10 % der Haus- und Facharztpraxen nutzen bereits KI-Telefonassistenten. Das Gespräch von Mensch zu Mensch bleibt aber zentral: 95 % der Hausarztpraxen, 94 % der Facharztpraxen und sogar 100 % der befragten Zahnarztpraxen vergeben Termine weiterhin auch telefonisch oder persönlich. In gut einem Fünftel der Praxen können Patientinnen und Patienten den Anamnesebogen vor dem Termin online ausfüllen. Mehr als ein Viertel stellt vor Ort Tablets bereit. Gleichzeitig halten rund 60 % der Praxen auch weiterhin Papierbögen bereit. „Digitalisierung darf für niemanden, der Hilfe braucht, zum Hindernis werden, eine Arztpraxis aufzusuchen“, sagt Julia Otto, MFA, Praxismanagerin und Expertin für Abrechnung und Digitalisierung. Birgit Klausmann, MFA, Primary Care Managerin und Praxismanagerin einer Hausarztpraxis in Donaueschingen, sagt: „Durch Digitalisierung und KI erleben wir letztlich wieder mehr Menschlichkeit in der Praxis.“

 

Das Team ist entscheidend, nicht die Technik

Zeitmangel wird von vielen Praxen als größtes Hindernis bei der Digitalisierung genannt (Hausarztpraxen: 47 %; Facharztpraxen: 47 %; Zahnarztpraxen: 43 %). Umgekehrt sehen Praxen, die erfolgreich Prozesse digitalisieren, den Faktor Zeit erst an fünfter Stelle. Wichtiger sind laut Umfrage: 

 

  • Einbindung des Teams

  • Klare Abläufe

  • Gute Schulungen

  • Unterstützung durch die Praxisleitung

     

„Die Einführung von KI und digitalen Tools ist kein IT-Projekt und keine rein technische Aufgabe“, sagt Julia Otto. „Digitale Praxissteuerung ist zunächst eine Führungs- und Managementaufgabe.“

 

Digitalisierung ist individuell 

Nicht möglichst viele digitale Tools machen eine Praxis erfolgreich. Entscheidend ist, ob die Technik zu den praxiseigenen Abläufen passt, das Team mitgenommen wird und die Mitarbeitenden wissen, wie sie die neuen Möglichkeiten sinnvoll einsetzen können.

 

Nähere Informationen zu den Umfrageergebnissen, Praxistipps und einen Selbstcheck sowie Tipps zu Weiterbildungsangeboten beim PKV Institut finden Interessierte im Praxiskompass 2026. Digitalisierung und KI in Arzt- und Zahnarztpraxen

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