

Schlafstörungen: Wann steckt eine Schlafapnoe dahinter?

Für das Panel „Gesundheit in Deutschland“ befragte das Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2024 insgesamt 27.038 Erwachsene zu ihrem Schlaf. Die Ergebnisse zeigen, dass Schlafprobleme längst kein Randphänomen mehr sind. 16,3 % der Befragten berichteten über Einschlafstörungen, 31,7 % über Durchschlafstörungen. Frauen waren deutlich häufiger betroffen als Männer, zudem nahmen die Beschwerden mit dem Alter zu.
Häufige Diagnose: Schlafapnoe
Nicht immer steckt hinter schlechtem Schlaf eine klassische Ein- oder Durchschlafstörung. Hinter wenig erholsamem Schlaf kann sich auch eine obstruktive Schlafapnoe verbergen, eine der häufigsten schlafbezogenen Atmungsstörungen.
Während des Schlafs erschlafft die Muskulatur im Rachen. Dadurch können die oberen Atemwege immer wieder teilweise oder vollständig zusammenfallen. Die Atmung setzt für mindestens 10 Sekunden aus oder ist deutlich vermindert. Das Gehirn reagiert darauf mit kurzen Weckreaktionen, damit die Atmung wieder einsetzt. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung.
Schlafapnoe oft unerkannt
Die obstruktive Schlafapnoe zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. Laut Lungenärzte im Netz sind etwa 2 bis 3 % der Deutschen betroffen. Viele wissen gar nichts davon. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Menschen mit Übergewicht auf. Auch zunehmendes Alter, männliches Geschlecht, Alkohol am Abend oder anatomische Besonderheiten im Bereich der oberen Atemwege erhöhen das Risiko.
Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, erhöht sich u. a. das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Warnzeichen ernst nehmen
Typische Hinweise auf eine Schlafapnoe sind:
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- Atemaussetzer
- Erschöpfung am Tag trotz langer Schlafdauer
- Konzentrationsprobleme
- Morgendliche Kopfschmerzen
- Trockener Mund oder Halsschmerzen
- Nächtliches Schwitzen
Häufig sind es die Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, die Hinweise auf eine mögliche Schlafapnoe geben, weil sie durch das laute Schnarchen und den unruhigen Schlaf selbst gestört werden.
Diagnosestellung bei Schlafapnoe
Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe, erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese. Anschließend wird häufig eine ambulante Polygraphie durchgeführt. Dabei zeichnen tragbare Messgeräte während einer Nacht u. a. Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Atembewegungen auf.
Reichen diese Untersuchungen nicht aus oder soll die Erkrankung genauer beurteilt werden, folgt eine Untersuchung im Schlaflabor. Bei der Polysomnographie werden zusätzlich Hirnströme, Schlafstadien, Muskelaktivität und Augenbewegungen erfasst. Anhand der Messwerte lässt sich der Schweregrad der Schlafapnoe bestimmen.
Behandlung: Was hilft bei Schlafapnoe?
Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich danach, wie stark die Schlafapnoe ausgeprägt ist und welche Ursachen dahinterstecken. Bei leichteren Formen können bereits einfache Maßnahmen helfen. Dazu gehören beispielsweise eine Gewichtsabnahme, weniger Alkohol am Abend oder eine andere Schlafposition.
Reicht das nicht aus oder liegt eine mittelgradige bis schwere Schlafapnoe vor, kommt meist eine CPAP-Therapie zum Einsatz. Dabei tragen die Betroffenen nachts eine Atemmaske, die die Atemwege mit leichtem Überdruck offenhält und so Atemaussetzer verhindert. Für manche Patientinnen und Patienten können auch spezielle Unterkieferprotrusionsschienen eine Alternative sein.
In ausgewählten Fällen kommen auch operative Verfahren infrage, etwa zur Erweiterung verengter Atemwege oder durch einen Zungenschrittmacher. Dieser stimuliert während des Schlafs den Zungennerv und verhindert so, dass die Atemwege verschlossen werden.
MT
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