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Statine: Nebenwirkungen seltener als gedacht

Statine sind ein häufig verschriebenes Medikament in den hausärztlichen Praxen. Sie senken vor allem das LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin), indem sie ein Enzym der körpereigenen Cholesterinproduktion hemmen. Ein dauerhaft erhöhter LDL-Wert begünstigt Arteriosklerose und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Statine werden daher vor allem bei erhöhtem Risiko eingesetzt, etwa bei koronarer Herzkrankheit, Diabetes oder nach Herzinfarkt bzw. Schlaganfall.
Nebenwirkungen deutlich seltener
Vielen Patientinnen und Patienten machen jedoch die im Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen Sorgen. Vor allem Muskelschmerzen sollen oftmals auftreten. Eine im „The Lancet“ veröffentlichte Metaanalyse zeigt nun jedoch, dass diese Nebenwirkungen wesentlich seltener in Erscheinung treten als bisher gedacht.
Für die randomisierten Studien der aktuellen Metaanalyse wurden Nebenwirkungen bei Personen mit Statintherapie mit denen einer Placebo-Gruppe verglichen. Die Ergebnisse zeigen: Viele Beschwerden, die im Alltag oft Statinen zugeschrieben werden, kamen in beiden Gruppen ähnlich häufig vor. Auch Muskelschmerzen waren demnach deutlich seltener tatsächlich durch das Medikament verursacht als vielfach angenommen. Das spricht dafür, dass auch Symptome wie Müdigkeit, Depressionen oder Schlafprobleme häufig andere Ursachen haben und nicht automatisch auf das Statin zurückzuführen sind.
Welche Nebenwirkungen sind relevant?
Wenn Patientinnen oder Patienten nach Beginn einer Statintherapie über Beschwerden wie Muskelschmerzen klagen, ist vor allem eine ruhige Einordnung wichtig. Denn beispielsweise sind Muskelbeschwerden in vielen Fällen unspezifisch und können auch andere Ursachen haben, etwa körperliche Belastung, Infekte, Verspannungen oder Begleiterkrankungen. Dann hilft es, zunächst genau nach Zeitpunkt, Stärke und Verlauf der Symptome zu fragen und zu beurteilen, ob ein Zusammenhang mit der Statin-Einnahme bestehen könnte. Im Zweifelsfall kann man die Therapie erst einmal anpassen, etwa durch eine veränderte Dosierung oder einen Wirkstoffwechsel, ohne dass Statine komplett abgesetzt werden müssen. Entscheidend ist, dass Beschwerden ernst genommen werden, Patientinnen und Patienten aber gleichzeitig nicht vorschnell verunsichert werden.
Wenn der Beipackzettel Angst macht
Bestimmt kennen Sie das aus Ihrem Praxisalltag: Patientinnen und Patienten setzen Medikamente ab oder nehmen sie gar nicht erst ein, weil sie nach dem Lesen des Beipackzettels verunsichert sind. Dabei ist vielen nicht klar, dass dort alle Beschwerden aufgeführt werden müssen, die jemals im Zusammenhang mit dem Medikament berichtet wurden. Und zwar auch dann, wenn kein sicherer ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen ist. Dadurch wirken die Listen oft dramatischer, als es die klinische Realität hergibt.
Zusätzlich werden Häufigkeitsangaben häufig falsch interpretiert. „Häufig“ bedeutet beispielsweise bis zu 1 von 10 Behandelten, also im Umkehrschluss: mindestens 9 von 10 haben diese Nebenwirkung nicht. Auch der sogenannte Nocebo-Effekt spielt eine Rolle: Wer Nebenwirkungen erwartet, nimmt normale körperliche Beschwerden stärker wahr und ordnet sie schneller dem Medikament zu.
So unterstützen Sie Patientinnen und Patienten
Als MFA können Sie helfen, Ängste abzubauen und die Motivation zu stärken, die medikamentöse Therapie zu beginnen bzw. fortzuführen. Hilfreich ist die klare Botschaft: Nicht jede Beschwerde nach Beginn einer Therapie ist automatisch eine Nebenwirkung. Und: Anfängliche Nebenwirkungen können sich in manchen Fällen auch noch geben. Zudem sollten Patientinnen und Patienten ermuntert werden, sich bei Unsicherheiten an die Praxis zu wenden, bevor sie ein Medikament eigenständig absetzen.
MT
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