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Viszerales Fett: Mehr als ein Schönheitsproblem

Fett ist nicht gleich Fett. Vor allem das tief im Bauchraum liegende viszerale Fett gilt als gesundheitlich problematisch. Gleichzeitig erfüllt Fett im Körper aber auch wichtige Aufgaben. Entscheidend ist also nicht nur, wie viel Fett vorhanden ist, sondern vor allem, wo es gespeichert wird.

Viszerales Fett ist Fettgewebe, das sich im Bauchraum rund um die inneren Organe ansammelt. Es umgibt u. a. Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse und dient dort eigentlich als Schutzpolster. In kleinen Mengen ist das völlig normal.

 

Das „gefährliche“ Fett

Problematisch wird es, wenn sich zu viel viszerales Fett bildet. Anders als das Fett direkt unter der Haut ist viszerales Fett stoffwechselaktiv. Es produziert zahlreiche Botenstoffe und Hormone, die Entzündungsprozesse im Körper fördern und den Stoffwechsel beeinflussen können. Deshalb gilt es als deutlich gesundheitsschädlicher als viele andere Fettdepots.

Von außen lässt sich viszerales Fett nicht direkt erkennen. Ein größerer Taillenumfang kann jedoch ein Hinweis darauf sein. Als Richtwert gelten mehr als 88 Zentimeter bei Frauen und mehr als 102 Zentimeter bei Männern. Zur genaueren Beurteilung können MRT- oder CT-Aufnahmen dienen. 

Bei Männern wird das viszerale Fett volksmündlich häufig als sogenannter „Bierbauch“ bezeichnet. Tatsächlich kann zu viel Alkoholkonsum zu einer Steigerung beitragen. Generell neigen Männer stärker zur Bildung von viszeralem Fett als Frauen.

 

Nicht jedes Fett ist gleich

Neben dem viszeralen Fett gibt es weitere Fettarten mit ganz unterschiedlichen Aufgaben.

  • Subkutanes Fett: liegt direkt unter der Haut. Es dient als Energiespeicher, schützt vor Kälte und polstert Knochen und Gelenke. Zwar kann auch ein Überschuss an Unterhautfett gesundheitliche Folgen haben, insgesamt gilt es jedoch als deutlich weniger problematisch als viszerales Fett.
  • Braunes Fettgewebe: hat eine ganz andere Funktion. Es verbrennt Energie, um Wärme zu erzeugen, und hilft so dabei, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Säuglinge besitzen davon besonders viel. Aber auch Erwachsene verfügen noch über kleine Mengen, vor allem im Bereich von Hals und Schultern.
  • Beiges Fett: verbindet die Eigenschaften von weißem und braunem Fett. Es kann unter bestimmten Bedingungen, etwa durch Kältereize oder regelmäßige Bewegung, ebenfalls verstärkt Energie verbrennen. 

 

Warum ist viszerales Fett so gefährlich?

Viszerales Fett wirkt wie ein eigenes Stoffwechselorgan. Es schüttet Entzündungsbotenstoffe, Hormone und andere Signalstoffe aus, die zahlreiche Prozesse im Körper beeinflussen. Dadurch können dauerhaft leichte Entzündungen entstehen. Diese bleiben oft unbemerkt, belasten den Organismus aber langfristig. 

Ein hoher Anteil an viszeralem Fett steht u. a. mit folgenden Erkrankungen in Zusammenhang:

  • Typ-2-Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Nicht alkoholische Fettleber
  • Metabolisches Syndrom

Mehrere Faktoren fördern die Einlagerung von viszeralem Fett. Dazu gehören vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel sowie hormonelle und genetische Faktoren und chronischer Stress. 

 

Was hilft gegen viszerales Fett?

Die gute Nachricht: Viszerales Fett spricht besonders gut auf Veränderungen des Lebensstils an. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann den Anteil deutlich reduzieren. Viszerales Fett bleibt oft lange unbemerkt und kann bereits Schaden anrichten, bevor erste Beschwerden auftreten. Daher sollte schon möglichst in jungen Jahren Wert auf einen gesunden Lebensstil gelegt werden.

Aber auch gegen bereits vorhandenes viszerales Fett lässt sich etwas tun. Am wirksamsten ist eine Kombination aus mehreren Maßnahmen wie gesteigerte Bewegung, ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel sowie ausreichender Schlaf. Gezielte Übungen gegen Bauchfett gibt es allerdings nicht. Der Körper entscheidet selbst, aus welchen Fettdepots er Energie mobilisiert. 

 

MT

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