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Zukunftsvisionen für die Hausarztpraxen

Drei junge Männer aus München wollen die Hausarztlandschaft in Deutschland umkrempeln. Mit ihrem Start-up Avi Medical betreiben sie bisher drei Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Doch das Unternehmen will wachsen und bundesweit 100 MVZ einrichten – vor allem auf dem Land. Digitale Angebote sollen die klassische Versorgung der Hausarztpraxis erweitern. Die Praxisabläufe würden sich für MFAs stark verändern.

„Eine Hausarztpraxis, wie du sie noch nie erlebt hast.“ Mit diesem Spruch wirbt das Unternehmen auf seiner Homepage. Über die Startseite können Patienten sich gleich einen Termin buchen oder sich auf die Corona Warteliste setzen. Weitere digitale Tools sind geplant, darunter die eigene Praxis-App, der digitale Patientenbogen und der Ärzte Chat. Ihre Videosprechstunden möchten die Betreiber als Ergänzung verstehen. Der Arzt-Patienten-Kontakt bleibe Goldstandard. Ob das „Du“ als Anrede des Patienten, das auf der Homepage konsequent angewendet wird, sich auch im Praxisalltag bewährt, ist fraglich. Doch keine Frage: Die MVZs wollen sich als moderne Hausarztpraxen der Zukunft von den Einzelkämpfern abheben.

Klassische Hausarztpraxis auf dem Rückzug

Die klassische Hausarztpraxis, deren Inhaber sich abends noch um einen neuen Drucker kümmert, gerät damit in den Hintergrund. MVZs organisieren ihre Abläufe so, dass für Einkauf und Bürokratie spezialisierte Kräfte angestellt sind. Ärzte und MFAs sollen so viel Zeit wie möglich für die Behandlung der Patienten haben. MFAs, die in diesen Zentren angestellt sind, haben nicht den Arzt als Arbeitgeber, sondern das MVZ. Sie assistieren, während andere die Abrechnung machen.

Weitere Zukunftsagenda

Unser Gesundheitswesen ist im Wandel. Digitalisierung, Fachkräftemangel und neue Ansprüche an die Teilhabe der Patienten werden in den kommenden Jahren auch die Hausarztpraxen nachhaltig verändern. Das PKV Institut berichtete bereits, dass die Bosch Stiftung die heutige Hausarztversorgung nicht für zukunftsfähig hält. Nun legt die Stiftung nach. Sie stellte eine Zukunftsagenda für das Gesundheitssystem vor und rechnete mit dem heutigen System schonungslos ab. Es sei „immun gegen Weiterentwicklung“.

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