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ADHS bei Erwachsenen: Warum die Diagnosen zunehmen

ADHS wird häufig noch mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung gebracht. Doch auch viele Erwachsene sind betroffen. Aktuelle Daten zeigen bei ihnen nun einen deutlichen Anstieg der Neudiagnosen. Woran liegt das und wie äußert sich ADHS im Erwachsenenalter?

Eine Analyse bundesweiter Abrechnungsdaten, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet, zeigt: Zwischen 2015 und 2024 haben sich die Neudiagnosen des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) bei Erwachsenen nahezu verdreifacht. Besonders stark war der Anstieg seit 2021. Zudem wurden deutlich mehr Frauen diagnostiziert als in früheren Jahren. 
 

Warum wird ADHS heute häufiger diagnostiziert?

Zum einen ist das Bewusstsein für ADHS im Erwachsenenalter deutlich gestiegen, sowohl bei Betroffenen als auch bei medizinischem Fachpersonal. Fortbildungen, Leitlinien und standardisierte Screening-Instrumente tragen dazu bei, Symptome gezielter zu erfassen. Zum anderen suchen Erwachsene heute häufiger selbst aktiv nach Erklärungen für langjährige Konzentrations-, Organisations- oder Belastungsprobleme. Nicht zuletzt spielen soziale Medien eine Rolle: Viele erwachsene Betroffene berichten dort über ihre Symptome und den Umgang damit. Soziale Medien tragen dadurch zur Entstigmatisierung bei, allerdings können sie auch vorschnelle Selbstdiagnosen befördern. Eine fachliche Abklärung sollte daher immer das Ziel sein. 
 

Ausprägungen von ADHS im Erwachsenenalter

ADHS zeigt sich bei Erwachsenen meist anders als im Kindesalter. Im Vordergrund stehen häufig Unaufmerksamkeit, innere Unruhe, Schwierigkeiten mit Zeit- und Selbstmanagement, emotionale Impulsivität sowie eine schnelle Überforderung im Alltag. Klassische motorische Hyperaktivität tritt oft in den Hintergrund.

Unterschieden werden weiterhin verschiedene Subtypen: der kombinierte Typ, der vorwiegend hyperaktiv-impulsive Typ und der vorwiegend unaufmerksame Typ. Letzterer wurde früher häufig als „ADS“ bezeichnet. In der aktuellen Diagnostik wird ADS jedoch nicht mehr als eigenständige Störung geführt, sondern als Teil des ADHS-Spektrums verstanden.
 

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

ADHS bei Frauen bleibt besonders häufig lange unerkannt. Frauen zeigen öfter den unaufmerksamen Subtyp mit Tagträumerei, Vergesslichkeit, emotionaler Dysregulation und hoher innerer Anspannung. Männer fallen eher durch Impulsivität und äußere Unruhe auf. Durch die für die Außenwelt eher unauffälligen Symptome werden besonders Frauen häufig erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Nicht selten aufgrund massiver beruflicher oder privater Überlastung oder psychischer oder körperlicher Begleiterkrankungen. Häufige Komorbiditäten sind Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, Substanzgebrauchsstörungen und psychosomatische Beschwerden. 
 

Therapieoptionen bei ADHS

Fachärztliche Aufklärung und kognitive Verhaltenstherapie können helfen, Strategien für Organisation, Emotionsregulation und Stressbewältigung zu entwickeln. Medikamente wie Methylphenidat (Ritalin) kommen bei mittelgradiger bis schwerer Beeinträchtigung zum Einsatz. Auch Kombinationen aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung sind häufig sinnvoll.
 

Abgrenzung zu Autismus-Spektrum-Störungen

ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen können sich in einzelnen Bereichen ähneln, etwa bei Reizverarbeitung oder sozialen Schwierigkeiten. Während bei ADHS jedoch Aufmerksamkeitssteuerung und Impulsivität im Vordergrund stehen, sind Autismus-Spektrum-Störungen vorwiegend durch Einschränkungen der sozialen Kommunikation sowie repetitive Verhaltensmuster (Zwänge, feste Routinen, Nägelkauen usw.) gekennzeichnet. Eine sorgfältige Differentialdiagnostik ist wichtig, da beide Störungen auch gemeinsam auftreten können.
 

So helfen Sie Patientinnen und Patienten

In hausärztlichen Praxen stellen sich Erwachsene mit ADHS häufig nicht mit einer konkreten Fragestellung vor, sondern mit unspezifischen Beschwerden wie Erschöpfung, Konzentrationsproblemen, innerer Unruhe oder wiederkehrenden psychischen Belastungen. Auch Berichte über langjährige Probleme in Schule, Ausbildung oder Beruf sollten aufmerksam wahrgenommen werden. Eine psychiatrische Praxis ist dann die richtige Anlaufstelle, damit eine Diagnostik starten kann. 

 

MT

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