| Magazin

Aufgaben einer Hygienebeauftragten

Welche Hygienestandards in einer Arzt- und Zahnarztpraxis einzuhalten sind, darüber bestimmen Gesetze, Richtlinien und Verordnungen. Aber nicht nur der Gesetzgeber hat ein Auge auf die Beachtung der Hygieneregeln, auch dem Praxisteam und den Patienten ist die Einhaltung der Hygienestandards als gesundheitlicher Schutz ein Anliegen. Nicht zuletzt die Pandemie hat hier alle wachsamer werden lassen. Wenngleich die Praxisinhaberin oder der Praxisinhaber rechtlich betrachtet den Hut bei der Hygiene aufhat und das Team bei der Durchführung einzelner Hygienemaßnahmen Verantwortung übernimmt, kommt der Hygienebeauftragten eine ganz besondere Bedeutung zu.

Die Bedeutung der Hygienebeauftragten für die Praxis wird häufig unterschätzt – zu Unrecht! Die Hygienebeauftragte sorgt dafür, dass die Hygienestandards in der Praxis eingehalten werden und der Infektionsprävention Genüge getan wird, womit sie gleichzeitig gewährleistet, dass die Praxis und das ganze Team die rechtlichen Anforderungen an die Hygiene erfüllen. Das Aufgabengebiet der Hygienebeauftragten ist breit gefächert und vielfältig. Das macht den Job zu einer echten Herausforderung für MFAs und ZFAs, die bereit sind, mehr Verantwortung zu übernehmen und eng mit der Praxisleitung und der Qualitätsmanagementbeauftragten zusammenzuarbeiten.
 

Welche Aufgaben hat eine Hygienebeauftragte?

  • Die Hygienebeauftragte entwickelt ein Hygienekonzept mit praxisindividuellen Hygieneplänen und erarbeitet gemeinsam mit der Praxisleitung und dem Team daraus abgeleitete Hygienemaßnahmen.
  • Zur Wirkungskontrolle und um die Praxis rechtlich abzusichern, dokumentiert sie Konzept, Pläne und Maßnahmen.
  • Sie behält den Überblick über sämtliche Fragen der Hygiene und überwacht die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen.
  • Sie kommuniziert im Auftrag der Praxisleitung mit Gesundheitsbehörden.
  • Sie ist verantwortlich für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Praxisbegehungen.
  • Die Hygienebeauftragte ist erste Ansprechpartnerin für die Praxisleitung beim Thema Hygiene, unter anderem bei Fragen zur Infektionsprävention.
  • Sie meldet Verdachtsfälle wie nosokomiale Infektionen an die Praxisleitung.
  • Sie schult das Team in der Einhaltung der Hygienevorgaben.
  • Sie kann bei Qualitätszirkeln mitwirken, denn Hygiene ist Bestandteil des Qualitätsmanagements einer Arzt- und Zahnarztpraxis.
  • Sie nimmt verpflichtend mindestens einmal im Jahr an einer Fortbildung zur Hygiene teil (Nachweis!), hält sich darüber hinaus regelmäßig auf dem Laufenden und gibt ihr Wissen an alle im Team weiter, angefangen bei der Praxisleitung über das gesamte Team bis hin zur Reinigungskraft. Niemand wird ausgelassen!

 

Über welche Eigenschaften sollte die Hygienebeauftragte verfügen?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mitunter begegnet die Hygienebeauftragte Sprüchen wie ,,Das haben wir immer schon so gemacht und es ist noch nie etwas passiert!“ Von derlei lässt sie sich nicht aus dem Konzept bringen, im Gegenteil. Sie überzeugt Skeptiker mit Kompetenz und diplomatischem Geschick und nimmt solche Bemerkungen nicht persönlich. Gleichzeitig bringt sie Geduld und Durchsetzungsvermögen mit, was im Falle eines Falles auch bedeuten kann, dass sie die Praxisleitung informiert, sollten Hygienemaßnahmen zum wiederholten Male von einzelnen Kollegen missachtet werden.

Hygiene ist Teamarbeit: Die Hygienebeauftragte besitzt die Fähigkeit, ihr Team mitzureißen. Sie punktet mit Wissen und Fakten. Sie kann einschätzen, wann und wie Versäumnisse oder Hygienemängel anzusprechen sind, um Gegenmaßnahmen zu treffen.

Sie hält sich bewusst im Hintergrund: Die Hygienebeauftragte zeigt Präsenz, findet im richtigen Moment die passenden Worte und besitzt den Mut, Unangenehmes vor Kolleginnen und Kollegen und/oder der Praxisleitung anzusprechen, ohne dabei emotional zu werden.

Eine Hygienebeauftragte ist mitteilungsfreudig und kommuniziert auf Augenhöhe mit Praxisleitung und Team: Ihr Wissen gibt die Hygienebeauftragte jederzeit mit Begeisterung weiter an ihr Team. Sie tauscht sich gerne aus, ist neuen Ideen und guten Argumenten gegenüber aufgeschlossen und behält dabei die Richtlinien im Auge.

Die Hygienebeauftragte gibt allen das Gefühl, maßgeblich zur Gesundheit von Team und Patienten beizutragen: Jeder im Team ist mitverantwortlich, dass Hygienevorgaben beachtet und eingehalten werden, um den bestmöglichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Diese Haltung vermittelt sie den Teammitgliedern bei Schulungen, in Teammeetings und im Praxisalltag.

Eine Hygienebeauftragte, die ihre Verantwortung ernst nimmt und die Freude an ihrer Aufgabe hat, werden kleine Neuerungen nach und nach gelingen und zu großen positiven Veränderungen führen, an denen auch sie selbst wächst.
 

Welche Qualifikationen bringt die Hygienebeauftragte mit?

Zur Hygienebeauftragten wird eine Kollegin ernannt, wenn sie sich entsprechend fortgebildet hat. Sie ist verpflichtet, ihr Wissen regelmäßig aufzufrischen.

Das PKV Institut bietet neben dem Fernlehrgang zum bzw. zur Hygiene-/Sterilgutbeauftragten in Arztpraxen auch Online-Seminare zur Hygiene an.

Wir beraten Sie gerne

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie sich unschlüssig sind, welche Fortbildung die Richtige für Sie ist oder sich über Zugangsvoraussetzungen informieren möchten.

Telefon: 089 45 22 80 90
E-Mail: info@pkv-institut.de

Newsletter

Registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter und erhalten Sie regelmäßig Infos zu aktuellen Veranstaltungen und News.

Weitere Einblicke

Bleiben Sie informiert und lassen Sie sich inspirieren! Folgen Sie uns auf Facebook und Youtube!