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Corona: Viele Krankheitstage bei Long-Covid

Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Menschen mit dem Long-Covid-Syndrom sind im Schnitt mehr als 100 Tage krankgeschrieben. Das Robert-Koch Institut (RKI) weist darauf hin, dass mindestens 9 Millionen Erwachsene noch nicht ausreichend gegen Covid geimpft sind. Außerdem gibt es in diesem Sommer ungewöhnlich viele Atemwegserkrankungen.

Wer Corona nicht richtig los wird, bleibt lange krank

Eine Untersuchung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) stellt fest, dass diejenigen, die im Jahr 2020 nachweislich an Covid-19 erkrankt waren und dann ein Long-Covid-Syndrom entwickelten, im darauf folgenden Jahr mehr als 100 Tage lang krankgeschrieben waren. Zum Vergleich: Im Schnitt sind Beschäftigte 15 Tage pro Jahr krankgeschrieben.

Menschen, die nur leichte Long-Covid-Symptome haben, fehlten im Schnitt 90 Tage wegen ihrer Krankheit. Dagegen waren diejenigen, die mehr als 7 Tage im Krankenhaus wegen Covid behandelt wurden und anschließend Long-Covid entwickelten, im Jahr 2021 im Schnitt 168 Tage lang krankgeschrieben. Und Menschen, die wegen Corona auf der Intensivstation beatmet werden mussten und anschließend unter Long-Covid litten, waren deswegen im nächsten Jahr sogar durchschnittlich 190 Tage arbeitsunfähig. Über alle Krankheitsstufen hinweg betrug die durchschnittliche AU-Zeit 105 Tage.

Laut der Analyse entwickelten ca. 1 % der Corona-Infizierten Long-Covid. Der Chef der Krankenkasse, Jens Baas, schätzt die Dunkelziffer jedoch viermal höher ein. Als Grund für die hohe Dunkelziffer nannte Baas eine schlechte Datenlage. So hätten bisher nur Behandlungsdaten aus dem Jahr 2020 analysiert werden können, da die Abrechnungsdaten aus den Arztpraxen erst 8 bis 9 Monate nach dem Patientenbesuch vorlägen.

Der Lungenfacharzt Christian Gogoll, der an der medizinischen Leitlinie zur Behandlung von Long-Covid mitwirkte und selbst von diesem Syndrom betroffen ist, wies darauf hin, dass die Hausarztpraxen eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Long-Covid-Patientinnen spielen. Sie koordinierten die Behandlung und leiteten bei Bedarf an Facharztpraxen und Spezialambulanzen weiter.

Insgesamt ist die Versorgung für von Long-Covid-Betroffene jedoch nicht ausreichend, insbesondere nicht in ländlichen Gegenden. Darauf wies zuletzt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hin. Er appelliert an die Menschen, Infektionen weiter zu vermeiden, um nicht zu riskieren, an Long-Covid zu erkranken.
 

Fast 9 Millionen Erwachsene ohne Corona-Impfschutz

Das RKI sieht noch bei Millionen Menschen Impfbedarf. Bei den über 60-Jährigen seien 1,9 Millionen Menschen noch gar nicht gegen Covid geimpft und 1,3 Millionen bräuchten noch mindestens eine Auffrischungsimpfung. Bei den unter 60-Jährigen seien 7,3 Millionen komplett ohne Impfschutz und 7,9 Millionen fehlte noch mindestens eine Auffrischungsimpfung.

Zuletzt seien in Deutschland Impflücken bei der zweiten Auffrischungsimpfung für ältere Menschen geschlossen worden. Allerdings fehlte der zweite Booster den meisten Bewohnerinnen von Alten- und Pflegeheimen noch. Bei den Erstimpfungen habe sich zuletzt am wenigsten getan.

Das RKI wies noch einmal darauf hin, wie wichtig die zweite Auffrischimpfung insbesondere für ältere Menschen ist, weil sie einen wesentlichen Schutz vor schweren Verläufen und Tod biete. Vor allem für diejenigen, deren dritte Impfung schon einige Zeit zurückliegt.
 

Ungewöhnlich viele Atemwegserkrankungen in diesem Sommer

In den vergangenen Wochen haben ca. 1,5 Millionen Menschen wegen Atemwegserkrankungen ärztliche Hilfe gesucht. Das geht aus einem Bericht des RKI hervor, der vergangene Woche vorgestellt wurde. Das RKI geht von insgesamt 4,5 Millionen Fällen aus. Diese Zahlen liegen deutlich über denen üblicherweise im Juni registrierten Atemwegserkrankungen aus den Zeiten vor der Pandemie.

Bei Erwachsenen steckt hauptsächlich eine Infektion mit Sars-CoV-2 dahinter, Kinder stecken sich derzeit mit einer Fülle von Erregern an. Das RKI sieht momentan keine wachsende Krankheitsschwere bei einer Corona-Infektion. Es gäbe zwar einen Anstieg der Krankenhauseinweisungen und Sterbefälle. Diese stünden mit der Zunahme an Infektionen durch die Omikron-Variante BA.5 im Zusammenhang. Aus den Daten lasse sich jedoch kein Hinweis dafür herauslesen, dass BA.5 im Vergleich zu den vorher dominanten Omikron-Varianten schwerer krank mache.

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