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Granny-Style statt Dauerstress: Die neue Sehnsucht nach Ruhe

Stricken statt Clubbing, Lesen statt Dauer-Scrollen: Was lange als altmodisch galt, wird für viele Jugendliche plötzlich zum Lifestyle. Doch hinter dem „Granny-Style“ steckt mehr als Nostalgie: der Wunsch nach Ruhe, Kontrolle und Entlastung im Alltag.

Freuen Sie sich auch schon auf die kommenden Osterfeiertage? Endlich weniger Termine, mehr Ruhe, vielleicht Zeit für ein Buch oder gemeinsames Kochen. Was in vielen Familien auffällt: Oft gestalten jetzt auch Teenager und junge Erwachsene ihre freie Zeit gerne entspannt, ruhig und in häuslichem Umfeld.  

Die Jugendtrendstudie des Instituts für Generationenforschung zeigt: Viele junge Menschen bevorzugen Aktivitäten wie Lesen, Spazierengehen oder Handarbeiten gegenüber Ausgehen, Treffen in großen Gruppen oder lauten Veranstaltungen. Auch ein geregelter Tagesrhythmus mit ausreichend Schlaf und gesunden Mahlzeiten wird wieder wichtiger. Die Studienergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung von über 2.000 jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren.

 

Ruhe statt Reizüberflutung

Auf einer Pressekonferenz erklärten diejenigen, die die Studie durchgeführt haben, dass dieser „Granny-Style“ keine Modeerscheinung sei. Der Alltag der jungen Generationen ist geprägt durch mediale Reizüberflutung, hohen Leistungsdruck und Zukunftsängste. Das zeigt auch der DAK-Kinder-und-Jugendreport (wir berichteten): Psychische Belastungen wie Angststörungen sind bei jungen Menschen weiterhin ein relevantes Thema. Viele suchen daher eigenständig nach Alternativen, um den mentalen Ballast zu reduzieren.

 

Selbst gemacht

Puzzeln, Malen oder Handarbeiten ist nur was für Omas? Keineswegs! Viele Jugendliche sehen darin die Möglichkeit, Reize zu reduzieren und sich kleine Rückzugsräume zu schaffen. Analoge Tätigkeiten spielen eine wichtige Rolle, weil sie Konzentration fördern und gleichzeitig beruhigend wirken. 

Der Kopf ist dabei auf eine überschaubare Aufgabe gerichtet, die Schritt für Schritt bewältigt wird. Das wirkt strukturierend und kann helfen, kreisende Gedanken zu beruhigen. Wiederholende, gleichmäßige Bewegungen aktivieren Bereiche im Gehirn, die mit Entspannung und Konzentration verbunden sind. Gleichzeitig tritt der oft beschriebene „Flow“-Zustand ein – ein Gefühl völliger Vertiefung, das viele noch aus der Kindheit kennen. 

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Am Ende steht ein greifbares Ergebnis. Vom ersten Schritt bis zum fertigen Produkt lässt sich der gesamte Entstehungsprozess verfolgen und aktiv gestalten. Diese Erfahrung von Kontrolle und Selbstwirksamkeit unterscheidet sich deutlich von vielen digitalen Aktivitäten und macht den besonderen Reiz dieser Tätigkeiten aus.

Auch Aufenthalte in der Natur können diesen Effekt nach sich ziehen. Hier kann man das langsame Wachsen und Verändern innerhalb der Jahreszeiten erleben. Dieser natürliche Kreislauf mit seinen beruhigenden Farben, Klängen und Geräuschen wirkt äußerst ausgleichend auf das Nervensystem. 

 

Bewusst gesund bleiben

Regelmäßiger Schlaf, weniger Bildschirmzeit und bewusste Pausen wirken sich positiv auf Konzentration, Stimmung und körperliche Regeneration aus. Jugendliche setzen sich heute aktiv mit Gesundheitsthemen auseinander. Über soziale Medien informieren sie sich zu Schlaf, Ernährung, mentaler Balance oder Bewegung und entwickeln ein wachsendes Bewusstsein dafür, was ihnen guttut.

Viele junge Menschen entscheiden sich ganz bewusst für einen ruhigen und ausgeglichenen Lebensstil. Sie spüren, dass ihnen feste Routinen, weniger Tempo und der Bezug zur Natur dabei helfen, besser im Gleichgewicht zu bleiben. Genau darin liegt der Kern des „Granny-Style“.

 

MT

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