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Hanta, Borna, Ebola: Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Die Namen klingen bedrohlich, die Schlagzeilen oft noch mehr. Doch was steckt hinter den aktuellen Meldungen zu Hantavirus, Bornavirus und Ebola? Und welche Bedeutung haben die Erkrankungen tatsächlich für Deutschland? Ein Blick auf 3 Viren, die derzeit für Aufmerksamkeit sorgen.

Auf einem Kreuzfahrtschiff erkranken 3 Passagiere am Hantavirus und versterben innerhalb kurzer Zeit. Während einige Medien schon über eine mögliche neue Pandemie fabulierten, geben Experten wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Entwarnung. 
 

Was ist das Hantavirus?

Hantaviren werden normalerweise von Nagetieren auf den Menschen übertragen. Die Ansteckung erfolgt meist über virushaltige Ausscheidungen von Mäusen oder Ratten, die beispielsweise beim Reinigen von Kellern, Schuppen oder Dachböden als Staub aufgewirbelt und eingeatmet werden.

Unter dem Begriff Hantavirus werden verschiedene Virusarten zusammengefasst, die weltweit vorkommen. Hierzulande verursachen vor allem das Puumala-Virus und das Dobrava-Belgrad-Virus Erkrankungen. Typisch sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Nierenbeteiligungen unterschiedlicher Schwere. Die meisten Betroffenen erholen sich vollständig, Todesfälle sind selten. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

Anders sieht es bei den sogenannten „Neuen Welt"-Hantaviren in Nord- und Südamerika aus. Dazu gehört auch das Andes-Virus, das hinter dem aktuellen Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff vermutet wird. Diese Viren können ein schweres Hantavirus-Lungensyndrom auslösen. Das Andes-Virus ist das einzig bekannte Hanta-Virus, das von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Nach bisherigen Erkenntnissen geschieht dies jedoch nur selten und meist nach engem, längerem Kontakt. Die WHO und europäische Gesundheitsbehörden betonen, dass sich das Virus nicht mit der Leichtigkeit von Atemwegsinfektionen wie Influenza oder COVID-19 verbreitet. Für die Allgemeinbevölkerung wird das Risiko daher weiterhin als gering eingeschätzt. Hantavirus-Erkrankungen sind in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. 
 

Bornavirus: Selten, aber oft tödlich

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) gehört zu den seltensten bekannten Krankheitserregern in Deutschland. Gleichzeitig zählt es zu den gefährlichsten: Die meisten bislang bekannten Erkrankungen verliefen schwer, viele endeten tödlich.

Zuletzt wurde ein Todesfall aus Augsburg bekannt. Außerdem wird derzeit ein weiterer Patient aus Bayern intensivmedizinisch behandelt. Die Erkrankung tritt nahezu ausschließlich in bestimmten Regionen Süddeutschlands auf, insbesondere in Bayern. Doch aktuell wurde erstmals ein Fall aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. 

Als natürliches Reservoir gilt die Feldspitzmaus. Wie genau sich Menschen infizieren, ist noch nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird die Aufnahme von virushaltigen Ausscheidungen der Tiere über die Atemwege oder den Mund. In vielen Fällen wurden diese offenbar beim Arbeiten in Gartenschuppen oder Scheunen eingeatmet. Daher wird empfohlen, bei diesen Tätigkeiten eine Atemschutzmaske aufzusetzen.

Die ersten Beschwerden des Bornavirus sind meist unspezifisch. Betroffene entwickeln Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu einer Entzündung des Gehirns. Verwirrtheit, Wesensveränderungen, Sprachstörungen, Bewegungsstörungen und Krampfanfälle können folgen.

Der direkte oder indirekte Nachweis von Bornaviren beim Menschen ist in Deutschland meldepflichtig. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch. 

 

Ebola: Gefürchteter Erreger mit hoher Sterblichkeit

Auch Ebola macht derzeit Schlagzeilen. Hintergrund: Nachdem sich ein US-amerikanischer Arzt in der Demokratischen Republik Kongo damit infiziert hatte, wird er nun in einem Berliner Krankenhaus behandelt. 

Es gibt immer wieder größere Ausbrüche in West- und Zentralafrika, doch in Deutschland braucht man derzeit keine Angst vor Ansteckung zu haben.

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen beginnt die Erkrankung meist mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie starker Schwäche. Im weiteren Verlauf können Durchfälle, Erbrechen, Hautausschläge und schwere Organstörungen auftreten. 

Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Tiere übertragen. Anders als oft vermutet erfolgt die Ansteckung nicht über die Luft.

Bereits der Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung ist in Deutschland laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. 

 

MT

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