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Internistin kritisiert schlechte Kommunikation zu rationiertem Impfstoff

Immer wieder haben Ärzte auf die schlechte Organisation der Impfkampagne und die Probleme rund um den rationierten Impfstoff von BioNTech/Pfizer hingewiesen. Oft wurden sie in ihrer Kritik bestätigt. Ein gravierendes Problem ist offenbar die unbefriedigende Kommunikation zwischen Arztpraxen und Politik. Dazu äußert sich nun eine Internistin, die ihre Fachdisziplin vertritt.

„Das Grundproblem bei der Corona-Impfung, die wir wirklich gerne unseren Patienten zukommen lassen, ist immer wieder dasselbe: das umständliche System der Bestellung und die absolute Unzuverlässigkeit der zugeteilten Impfstoffmengen.“ So Christine Neumann-Grutzeck, Internistin aus Hamburg und Präsidentin des Berufsverbands Deutscher Internisten gegenüber der ÄrzteZeitung. Die Politik wisse offenbar nicht, was MFAs tagtäglich erleben: Der Aufwand in den Praxen ist enorm, wenn bestellter Impfstoff nicht geliefert wird, Patienten darüber informiert und Termine umorganisiert werden müssen.
 

Schlechte Kommunikation zerstört Vertrauen in die Impfkampagne

Neumann-Grutzeck zufolge entsteht durch die Nachricht, dass es weniger BioNTech-Impfstoff gibt und die Patienten mit dem Moderna-Impfstoff geboostert werden der Eindruck, sie erhielten das schlechtere Vakzin. Als müsse der Ladenhüter aufgebraucht werden. Diese Art der Kommunikation verunsichere und zerstöre Vertrauen in die Impfkampagne. Ihr Vorschlag: „Man hätte etwa darstellen können, dass es vielleicht sogar vorteilhaft ist, wenn man primär mit BioNTech geimpft worden ist und dann mit Moderna auffrischt. Die Daten gibt es ja.“
 

Impfende Apotheker sollen vom Chaos ablenken

Zahnärzte und Apotheker in die Impfkampagne einzubeziehen hält die Internistin für eine Scheindiskussion, die vom Organisationschaos ablenken solle. Denn es scheitere ja nicht an genügend impfbereiten Ärzten, im Gegenteil: Die Praxen wollten die Impfkampagne mit aller Kraft unterstützen.

Sie appelliert zudem an alle Erwachsenen, sich impfen zu lassen. Ein Grund sei, dass Kinder viel aushalten mussten, um Ältere zu schützen: „Wenn also die Impfung in den jüngeren Altersgruppen nur stattfinden muss, weil die Älteren sich nicht ausreichend haben impfen lassen, dann finde ich das hoch problematisch.“
 

Impfstoff von BioNTech/Pfizer reicht wieder nicht aus

Tatsächlich müssen Arztpraxen sich auch in dieser Woche auf deutliche Kürzungen beim Impfstoff von BioNTech-Pfizer einstellen. Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums können nur etwa ein Viertel der bestellten Impfstoffdosen ausgeliefert werden. Viele Praxisteams bekommen nur ein Vial – möglicherweise zwei – mit je 6 Dosen. Bestellungen des Impfstoffs von Moderna werden komplett bedient.
 

Impfstoff für die erste Januarwoche kann schon bestellt werden

Die Impfstoffe für die letzte Dezemberwoche können Sie bis morgen um 12 Uhr bestellen. Auch die Bestellung für die Woche vom 3. bis 9. Januar können Sie bereits jetzt aufgeben. Das hilft vor allem den Praxen, die zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen haben. Füllen Sie dazu ein separates Rezept aus und kennzeichnen Sie es mit „1. KW“. Der Bestelltermin bis 28. Dezember 12 Uhr bleibt unverändert bestehen.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren kann ab sofort bis zum 4. Januar 2022 bestellt werden. Er wird bis zum 10. Januar ausgeliefert.
 

Bundesgesundheitsminister lobt Arztpraxen

Inzwischen sind 31,5 % der Menschen in Deutschland geboostert. Das Ziel, bis Jahresende 30 Millionen Personen zu impfen, könnte erreicht werden. Dafür lobte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Praxen. Das Lob kam an: „Es ist gut, dass Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Lauterbach das enorme Impftempo in den Arztpraxen anerkennt. Folgerichtig ist auch, dass er schnell mehr Impfstoffe besorgen will“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

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