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Meningokokken-Ausbruch in England: Eine seltene, aber gefährliche Infektion im Blick behalten

Ein ungewöhnlicher Ausbruch von Meningokokken-Infektionen in Südostengland zieht derzeit europaweite Aufmerksamkeit auf sich. Auch hierzulande gibt es immer wieder Fälle von Meningokokken. Wichtig für die Betroffenen: eine schnelle Behandlung.

Der Ausbruch begann Mitte März in der Region um Canterbury. Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche Fälle gemeldet, darunter etwa 20 bestätigte und weitere Verdachtsfälle. Betroffen sind überwiegend junge Menschen, darunter Schülerinnen, Schüler und Studierende. Zwei junge Personen – eine 18-jährige Schülerin und ein Student – sind sogar verstorben.

Epidemiologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich viele Infektionen im sozialen Umfeld verbreitet haben. Als möglichen Ausgangspunkt hat die Gesundheitsbehörde einen Nachtclub in Canterbury identifiziert. Im Anschluss sind möglicherweise Ansteckungen bei Partys und dem sozialen Miteinander in Wohnheimen erfolgt. 

Die Reaktion der Behörden ist entsprechend umfassend:

  • Mehrere Tausend Menschen erhielten vorsorglich Antibiotika
  • Gezielte Impfkampagnen wurden gestartet (z. B. für Studierende)
  • Kontaktpersonen wurden systematisch identifiziert
     

Parallel wurde ein Fall in Frankreich bekannt: Eine Person, die zuvor in Kent war, erkrankte ebenfalls an Meningokokken.
 

Was sind Meningokokken?

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die vor allem Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) verursachen können. Die Erkrankung kann sich innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechtern.

Typisch ist ein zunächst unspezifischer Beginn mit grippeähnlichen Beschwerden, gefolgt von:

  • hohem Fieber und Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Bewusstseinsstörungen
  • ggf. Petechien bei septischem Verlauf
     

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) endet etwa jede zehnte Meningokokken-Erkrankung tödlich. Zudem behalten rund 10 bis 20 % der Betroffenen bleibende körperliche Schäden wie Hörverlust oder Amputationen zurück, und etwa die Hälfte entwickelt im weiteren Verlauf psychische Beeinträchtigungen.
 

Übertragung und Risikogruppen

Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion, meist bei engem Kontakt. Viele Menschen tragen Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst zu erkranken. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt es häufiger zu Ausbrüchen, da sie sowohl häufig Träger sind als auch viele enge Kontakte haben. Viele betroffene Studierende sind nicht gegen MenB geimpft, da diese Impfung in Großbritannien erst seit 2015 standardmäßig Säuglingen angeboten wird.
 

Impfoptionen

In Deutschland wurden die Impf-Empfehlungen vor Kurzem angepasst (wir berichteten): Jugendliche ab 12 Jahren sollen möglichst frühzeitig eine quadrivalente Meningokokken-Impfung gegen die 4 häufigsten Serogruppen erhalten. Nachholimpfungen sind laut Ständiger Impfkomission (STIKO) bis zum 25. Geburtstag vorgesehen.

Im Zuge der Anpassung entfällt die bisherige Standardempfehlung für die alleinige Meningokokken-C-Impfung ab dem zweiten Lebensjahr. Unverändert gilt jedoch weiterhin die Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken B, die bereits ab einem Alter von 2 Monaten erfolgen kann.

Darüber hinaus wird die Kombinationsimpfung insbesondere empfohlen für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Laborpersonal mit erhöhtem Expositionsrisiko
  • Personen, die sich in Regionen mit hoher Meningokokken-Inzidenz aufhalten 
     

Hierzulande muss man sich momentan keine Sorgen um ein erhöhtes Infektionsrisiko machen, daher sind auch keine großflächigeren Impfmaßnahmen vorgesehen.
 

Nicht vergessen: Grippeimpfstoffe jetzt bestellen

Unabhängig vom Geschehen um die Meningokokken naht ein wichtiger Stichtag für die haus- und kinderärztlichen Praxen: Die Vorbestellung der Grippeimpfstoffe für die Saison 2026/2027 muss bis spätestens 31. März erfolgen.

 

MT

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