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MFA – immer noch ein Frauenberuf?

Praxisteams bestehen auch heute noch zu einem überwiegenden Teil aus weiblichen Mitgliedern. Doch ist der Beruf der MFA deshalb automatisch ein Frauenberuf? Zum Internationalen Frauentag werfen wir einen Blick auf geschichtliche Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und in die Zukunft.

Der Beruf der MFA hat seine Wurzeln im frühen 20. Jahrhundert. Damals waren es oft junge Frauen aus bürgerlichen Familien, die aus persönlicher Berufung oder familiären Gegebenheiten heraus als helfende Hand für die praktizierenden Ärzte arbeiteten. Mit der Zeit professionalisierte sich das Tätigkeitsfeld. Neue medizinische Technologien, steigende Anforderungen in der Praxisorganisation und komplexere Verwaltungsaufgaben führten dazu, dass aus einer eher informellen Tätigkeit ein qualifizierter Ausbildungsberuf entstand. Traditionelle Rollenbilder prägten die Berufswahl noch viele Jahrzehnte. 

Die Arbeit in sozialen Berufen wie der MFA passte dabei gut in das Bild typischer Frauenberufe: kommunikativ, organisatorisch und nah am Menschen.

Der Beruf bleibt weiblich geprägt

Bis heute gehört der Beruf zu den klassischen frauendominierten Ausbildungsberufen. Nach aktuellen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (bibb) wurden 2025 16.680 neue Ausbildungsverträge zur MFA mit weiblichen Bewerberinnen abgeschlossen. Somit steht der Beruf auf Platz 1 der beliebtesten Ausbildungsberufe bei Frauen.

Doch auch bei Männern wächst das Interesse. 1.146 neue Ausbildungsverträge wurden 2025 von männlichen Azubis unterzeichnet (2024: 837). Damit hat der Beruf den stärksten absoluten Zuwachs bei Männern seit 2009.

Karin Becker-Oevermann, 2. Vorsitzende des Verbandes medizinischer Fachberufe (vmf), sieht darin einen klaren Trend: „In den letzten Jahren ergreifen immer mehr Männer den Beruf des MFA. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Die junge Generation macht weniger Unterschiede zwischen den Geschlechtern.“ Starre Grenzen, was ein Männer- oder Frauenberuf ist, würden immer mehr verschwinden.

Vereinbarkeit spielt eine große Rolle

„Auch heute noch entscheiden sich jedoch vermutlich viele junge Frauen für den Beruf der MFA, weil er im Vergleich zu anderen Jobs oft eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht“, so Karin Becker-Oevermann. Viele Praxen bieten Teilzeitmodelle oder flexible Arbeitszeiten an – etwas, das gerade für Menschen mit familiären Verpflichtungen attraktiv ist (zum Thema Teilzeit und deren Gründe hatte das PKV Institut kürzlich berichtet: „Teilzeit: PKV-Instituts-Umfrage zeigt Hauptgrund für Stundenreduzierung“).

Die gelernte MFA und Abrechnungsspezialistin Jasmin Wenz sieht noch einen weiteren Grund: „Der Beruf erfordert ein hohes Maß an Organisation sowie sensibles und kommunikatives Geschick. Diese Kompetenzen werden traditionell eher Frauen zugeschrieben, was dazu führt, dass Praxen häufig nach weiblichen Bewerbern suchen.“ Gleichzeitig betont sie, dass diese Zuschreibungen längst überholt sind: „Wenn Kernkompetenzen aufeinandertreffen, die vorwiegend als weiblich oder männlich gesehen werden, kann das in einem sozialen Beruf nur von Vorteil sein.“

Wenn Männer den Beruf wählen

Für Männer im MFA-Beruf ist der Einstieg manchmal noch mit Vorurteilen verbunden. Das berichtet auch Steve Roczen, Vorsitzender des Landesverbandes Süd im Verband medizinischer Fachberufe. Nach einem Praktikum in einer Hausarztpraxis stand für ihn schnell fest, dass er den Beruf erlernen wollte: „Ich war sofort begeistert vom breiten Aufgabengebiet – Arbeit mit Menschen, Organisation, Verwaltung und eigenständiges Arbeiten.“

Die Frage, warum er einen „Frauenberuf“ ergreife, hört er bis heute gelegentlich. Seine Antwort fällt klar aus: „Es gibt Berufe, in denen fast nur Männer arbeiten, und trotzdem entscheiden sich Frauen dafür. Warum sollte es nicht auch andersherum sein?“ Er ermuntert männliche Bewerber, keine Berührungsängste zu haben und sich zu trauen, den Beruf zu ergreifen.

Warum ein Teilnehmer des Deutschen MFA-Tags und ZFA-Tags 2024 den Beruf auch anderen Männern empfiehlt, erfahren Sie in diesem Video

 

MT

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