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Vorhofflimmern: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Normalerweise schlägt das Herz in einem gleichmäßigen Rhythmus. Dafür sorgt ein körpereigenes „Taktsystem“, das die Herzschläge koordiniert. Beim Vorhofflimmern gerät dieser Takt durcheinander. Das Herz schlägt dann unregelmäßig und oft schneller als gewöhnlich. Da das Blut dabei nicht mehr so gleichmäßig durch das Herz gepumpt wird, können sich leichter Blutgerinnsel bilden. Gelangen diese über die Blutbahn ins Gehirn, können sie einen Schlaganfall verursachen.
Wie häufig ist Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen weltweit. In Deutschland sind laut der Deutschen Herzstiftung rund 2 Millionen Menschen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an. Ab 70 Jahren kommt Vorhofflimmern bei etwa jedem Zehnten vor. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung rechnen Fachleute damit, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter zunimmt.
Typische Symptome
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Menschen spüren die Rhythmusstörung sofort, andere leben lange Zeit ohne erkennbare Symptome.
Mögliche Anzeichen sind u. a. Kurzatmigkeit, unregelmäßiger Puls oder ein Druckgefühl in der Brust. Vor allem ältere Menschen berichten manchmal lediglich über allgemeine Schwäche oder verminderte Belastbarkeit. In vielen Fällen wird Vorhofflimmern zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
Wer gehört zu den Risikogruppen?
Das Risiko für Vorhofflimmern steigt mit dem Alter. Daneben gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die die Entstehung begünstigen können. Darunter fallen vor allem Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Auch langjähriger Stress und Bewegungsmangel werden mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.
Warum Vorhofflimmern gefährlich werden kann
Viele Betroffene empfinden Vorhofflimmern zunächst als lästig, aber nicht bedrohlich. Tatsächlich kann die Rhythmusstörung jedoch ernsthafte Folgen haben.
Besonders gefürchtet ist der Schlaganfall. Durch die eingeschränkte Pumpfunktion der Vorhöfe kann sich Blut in bestimmten Bereichen des Herzens stauen. Dort können Blutgerinnsel entstehen, die über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen.
Schätzungen zufolge geht etwa jeder vierte Schlaganfall auf Vorhofflimmern zurück.

So wird die Diagnose gestellt
Ein wichtiger Hinweis ergibt sich häufig bereits bei der Pulskontrolle: Der Herzschlag wirkt unregelmäßig und oft beschleunigt.
Zur Sicherung der Diagnose dient in erster Linie das Elektrokardiogramm (EKG). Da Vorhofflimmern nicht immer dauerhaft besteht, kommen bei Bedarf auch Langzeit-EKGs oder Ereignisrekorder zum Einsatz.
Ergänzend können Untersuchungen wie Echokardiografie, Blutuntersuchungen oder Belastungstests notwendig sein, um mögliche Ursachen und Begleiterkrankungen zu erkennen.
Behandlung: Rhythmus kontrollieren
Die Behandlung richtet sich nach Alter, Beschwerden und Begleiterkrankungen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Schlaganfallprävention. Viele Betroffene erhalten deshalb blutverdünnende Medikamente, die das Risiko für Blutgerinnsel senken.
Darüber hinaus gibt es zwei Behandlungsansätze: Entweder wird die Herzfrequenz mit Medikamenten wie Betablockern kontrolliert, oder es wird versucht, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Dafür kommen Medikamente, eine elektrische Kardioversion oder eine Katheterablation infrage. Bei diesem Eingriff werden die Bereiche im Herzen verödet, die die Rhythmusstörung auslösen.
Kann man Vorhofflimmern vorbeugen?
Nicht alle Ursachen lassen sich beeinflussen. Dennoch können viele Maßnahmen das Risiko senken, z. B. konsequente Blutdruckkontrolle und -behandlung sowie Nikotinverzicht. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, insbesondere bei älteren Menschen oder Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je früher Vorhofflimmern erkannt wird, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden.
MT
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