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Menschlich bleiben, Grenzen wahren: Die Kunst der professionellen Distanz

Im Gesundheitswesen, in der sozialen Arbeit und im pädagogischen Bereich ist professionelle Distanz besonders geboten. Nur wenn wir in der Lage sind, zwischen unseren beruflichen Aufgaben und unserem subjektiven Empfinden trennen zu können, können wir objektiv entscheiden, Konflikte vermeiden und uns davor schützen, manipuliert oder ausgenutzt zu werden.
Das Konzept der professionellen Distanz
Professionelle Distanz zieht eine klare Trennlinie zwischen unserem beruflichen und persönlichen Leben. So können wir Patientenbedürfnisse objektiv einschätzen, uns vor emotionaler Überlastung schützen und die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten effektiv und respektvoll betreuen. Ein Leitsatz: Siezen geht vor Duzen. Zudem beugt das Konzept der professionellen Distanz Burn-out vor.
Wie viel Nähe ist normal?
Ohne eine gewisse Nähe erleben wir unsere Arbeit im Gesundheitswesen nicht als wirksam und sinnvoll. Es geht also nicht darum, Nähe komplett abzulehnen, sondern um ein gesundes Maß zwischen Nähe und Distanz. Leider gibt es dafür kein Messinstrument, sondern die Beteiligten müssen stets individuell aushandeln, welcher Abstand gesund ist. Ehrliche und klare Kommunikation ist unabdingbar. Im beruflichen Kontext wie im privaten Bereich.
Bei „zu viel Nähe“, wenn beispielsweise aus Patienten Freunde werden, weichen formale Rollen auf. Es kommt zu Gefühlsübertragungen und man kann sich eingeengt und überfordert fühlen. Andererseits verhärten sich bei zu viel Distanz die formalen Rollen, es mangelt an Empathie und Geschehnisse werden gleichgültig. Ausfällige Patientinnen und Patienten können darauf hindeuten, dass mehr professionelle Distanz angezeigt sein könnte.
Wie kann man professionelle Distanz lernen?
Die Beschäftigung mit dieser Thematik endet nicht mit der Ausbildung, sondern muss lebenslang stattfinden. Die Beschäftigung mit professioneller Distanz hilft uns, eigene Emotionen zu erkennen und regulieren zu können, nützliche Kommunikationstechniken zu erlernen und Rollenspiele mit dem Team durchzuführen, in denen wir schwierige Situationen besprechen und gute Reaktionen üben. Selbstreflektion hilft ebenso wie Achtsamkeits- und Entspannungsübungen oder Hobbys. Klare Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben vermeiden emotionale Erschöpfung.
Zur Selbstwirksamkeit gehört, auch Nein sagen zu können
Wer im ländlichen Bereich lebt und in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis auf dem Land arbeitet, begegnet anders als in Großstädten häufig Stammpatientinnen und -patienten. Hier ist es eine ständige Herausforderung, nicht 24/7 verfügbar zu sein. Sandra Wobst, MFA und koordinierende Fachkraft in der ersten sächsischen Versorgerpraxis in der Oberlausitz, hat dafür einen ganz klaren Tipp: „Auf dem Dorf muss man sich klar abgrenzen. Wenn ich am Wochenende von Patienten mit einem Anliegen angesprochen werde und es sich nicht um einen Notfall handelt, sage ich klar, dass ich weder Rezeptblock noch Terminkalender dabei habe und dass sie sich am Montag telefonisch oder persönlich in der Praxis melden sollen.“ Das ist konsequent und selbstwirksam.
Widerstände abbauen – Verständnis aufbauen
Die Managementtrainerin Birgit Schäfer empfiehlt die Übung „Gute Gründe“ für den Abbau von Widerständen und den Aufbau von Verständnis:
„Schritt 1:
Beschreiben Sie das Verhalten der betreffenden Person und notieren Sie typische Aussagen und Redewendungen.
Schritt 2:
Suchen Sie anschließend nach guten Gründen für das Verhalten der Person. Stellen Sie Vermutungen an. Warum verhält sich diese Person so? Welche Sorgen könnten ihr Verhalten leiten? Welche Hoffnungen könnten sie antreiben? Welche Erfahrungen vermuten Sie hinter dem Verhalten?
Schritt 3:
Wechseln Sie anschließend die Perspektive und fragen Sie sich, was helfen könnte, wenn Sie diese Person wären. Welche Worte möchten Sie hören? Was hilft Ihnen sich verstanden zu fühlen? Was erzeugt Widerstand?“
DM
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